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Video: Mark Pritchard – Sad Alron

Da hat es sich doch wirklich gelohnt, mal wieder bei Warp Records vorbeizuschauen – obwohl es zugegebenermaßen einige Sekunden bei mir gedauert hat, bis sich aus dem diffusen Grübeln à la „der Name kommt mir bekannt vor“ eine eindeutige Assoziation herausschälen konnte. Mark Pritchard ist mir bis dato lediglich als die eine Hälfte des inzwischen lange zurückliegenden Projekts Global Communication, auf welches der unsterbliche Downtempo-/Ambient-Techno-Meilenstein »76:14« von 1994 zurückgeht, zu Ohren gekommen. Eine denkbar einfache 10-Sekunden-Recherche ergibt, dass der gute Mann aber in den letzten zwei Dekaden äußerst aktiv gewesen ist und beständig Werke veröffentlicht hat. Spätestens an dieser Stelle wird die eigene Bildungslücke eklatant… Shame on me!

Nun ja, »Sad Alron«, um dies schon mal vorwegzunehmen, liefert mehr als überzeugende Argumente dafür, Pritchards Back-Katalog zumindest mal einer Stippvisite zu unterziehen. Ein faszinierendes Kleinod, diese Komposition! Jonathan Zawadas zugehörige Bilder sind ferner ein wahrer Glücksfall, da sie die evokative Magie des Ausgangswerks nicht entzaubert, sondern im Gegenteil noch dessen enigmatische Strahlkraft multipliziert! Keine drei Minuten lang ist die audiovisuelle Symbiose, doch durchaus epochal. Bild und Ton wirken dabei wirklich wie füreinander geschaffen. Langsame Kamerafahrten durch (teil)colorierte Canyons mit wechselfarbenem ‚Himmelszelt‘, knallbunte geometrische Objekte, irreale Gesteinsformationen und stakkatoartiges Morphen des Horizonts entführen in ein fantastisches Terrain, das niemals einem bedeutungsschwangeren Bombast anheim zu fallen droht.

Es liegt natürlich nicht fern, angesichts des Szenarios an »2001: Odyssee im Weltraum« zu denken, jedoch tummelt sich Zawadas Clip ebensowenig im überfüllten Pastiche-Planschbecken der Kubrick-Kopisten (das gibt 10 Gummipunkte auf’s Alliterationskonto!). »Sad Alron« bleibt ähnlich rätselhaft, erscheint aber zugleich auch unverbindlich, sodass es problemlos auf ästhetischer Ebene für sich selbst stehen kann, ohne den semantischen Ballast einer Entschlüsselung zu bedürfen. Auf musikalischer Ebene blitzt indes die »76:14«-Grandeur unverkennbar auf. Vormerken sollte man sich den 12. Mai, dann kommt nämlich Pritchards Album »Under The Sun« in den Handel.

 

 

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