Highlights 2015: Top 10 Tracks

Keine Sorge, diesmal gibt es keinen langen Einleitungstext, ein paar Worte sollten ausreichen. Schließlich ist die folgende Liste der besten Songs, die das 2015er-Special vervollständigt, aus praktischen Gründen mal etwas schlanker ausgefallen, wodurch auch ein paar Dopplungen vermieden werden. Das hier ist also definitiv die letzte Rückschau aufs vergangene Jahr – versprochen! Unsound-Logo WP2015

PS: (Alternativ-)Links zu den Songs, falls die eingebetteten Player aus irgendeinem Grund nicht funktionieren sollten, gibt’s in den jeweiligen Track-Überschriften! 


Platz 10: Vampillia & The Body – chikatilo

Beide Bands sind äußerst offen für Kollabos, daher war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis es zu dieser japanisch-amerikanischen Zusammenarbeit kommen musste. Die Vermengung von ‚Neo-Klassik‘, Drone-Metal, Industrial und Elektronischer Musik klingt auf eine Weise so ‚falsch‘, dass es wieder genau richtig ist! »chikatilo« ist alles Mögliche, aber sicher kein Durchschnitt.

 

Platz 9: Helena Hauff – Funereal Morality

Helena Hauff macht catchy, aber gleichzeitig nicht zu mainstreamtaugliche, 80s-inspirierte Clubmusik, die New Wave von eingerosteten Songstrukturen und EBM von seiner ungelenken Albernheit befreit. Hardware-Nostalgiker kommen bei »Funereal Mortality« auf ihre Kosten. Mit diesem betont einfachen, stimmigen Sound befindet sie sich ja in bester Gesellschaft mit den französischen Größen Gesaffelstein, Miss Kittin und The Hacker.

 

Platz 8: John Carpenter – Vortex

Die Regielegende bescherte dem Genrekino zahllose Klassiker, die auch dank seiner kultigen Filmmusik unvergessen bleiben. Hin und wieder langte der Meister aber auch mal daneben. Das späte, stellenweise durchwachsene Debütalbum ist so gesehen also irgendwie ein echter Carpenter. Die zugehörige Single »Vortex« hingegen ein absoluter Volltreffer, der alles vereint, was seine Scores so großartig und bis heute inspirierend machte: packende Arpeggien, kühles Piano, schauerliche Synth-Pads, darunter ein minimalistisch pulsierender Beat und oben drüber punktuell aufflammende E-Gitarren.

 

Platz 7: JK Flesh – Hide & Seek

Heavy, gnadenlos und total kaputt, was da so unsagbar dreckig durch die Speaker bratzt. Alles übersteuert bis zum Geht-nicht-mehr, keine Spur von akkurater High-End-Produktion – Justin Broadricks pervertierte Bass Music scheint geradewegs aus den unmenschlichsten Betonruinen des Brutalismus zu stammen, wo rohe Gewalt und wenig Hoffnung herrscht.

 

Platz 6: Aphex Twin – diskhat ALL prepared1mixed

Seinem Ruf als nerdig-genialer Beat-Heimwerker wird Richard D. James wieder mal mehr als gerecht. Diesmal aber tobt er sich nicht an Synthesizern und dergleichen, sondern an programmierbaren Akustikinstrumenten und mechanischen Klangautomaten aus. Überaus originell und kleinteilig tönt das Entstandene, und dazu noch überraschend groovig!

 

Platz 5: Prurient – Greenpoint

Akustikgitarren-Intros sind nicht unbedingt das, was man von Dominick Fernow erwartet. In der Tat mündet das irritierend melodische Fingerpicking bald in ein regelrecht bestürzendes Narrativ. Kristalline Noisesplitter rieseln in größer werdenden Mengen in den Gehörgang, ehe Fernow über das Sterben monologisiert (“You don’t want to burden anyone / You just want to disappear”) und sich im Hintergrund ein nicht minder deprimierender Klangteppich ausbreitet. Irrsinnig intensive Kost.

 

Platz 4: Theologian – Blessed Prey

Was die Gitarrenchords für Prurient, das sind Violinklänge für Industrial-Multitalent Theologian: eine restlos gelungene Ausnahme von der Regel. »Blessed Prey« ist mystischer Drone-Ambient mit betörenden Flächen, die für eine unbeschreibliche Atmosphäre der Entrückung sorgen

 

Platz 3: Goldmund – The Hidden Observer

Musik lässt sich eben nicht auf Notenfolgen reduzieren. Eine simple Wahrheit, die sich hier wieder überdeutlich zeigt. Schließlich sind es nicht nur die wunderbar schlichten Klaviermelodien, die dem Stück seine melancholische Anmut geben, sondern vor allem das, was außen herum passiert. Satie wäre verdammt stolz!

 

Platz 2: Vessels – Attica

Wie Eleganz und Energie in einer äußerst frisch klingenden Symbiose zusammenwachsen können, stellen Vessels hiermit beeindruckend unter Beweis. Es ist ein Leichtes, sich in diesen krautrockigen Dancefloor-Burner komplett zu verlieren. Grandioses Ding, muss man einfach laut spielen.

 

Platz 1: Leila Abdul-Rauf – He Sits In His Room

An der Spitze der besten Tracks steht diesmal ein introvertiertes Atmosphärenstück. Perfekt fängt Leila Abdul-Rauf die surrealen Seiten der Nacht ein, wenn Realität und Traum verschwimmen. Ihre ätherische, fast schon gehauchte Stimme legt sich über dieses unwirklich erscheinende Klanggemälde mit seinen wundersam verlaufenden Formen. Spätestens wenn zum Klimax dann tieftraurige Trompeten durch die Szenerie hallen, ist es endgültig um einen geschehen. Was für ein großartiger Song!

 
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