Aus der Mottenkiste: DJ Crystl – Warpdrive (1993)

Die frühen bis mittleren 90er Jahre waren für britische Untergrundmusik eine Phase der Hochkonjunktur. Verschiedenste Stilrichtungen entstanden in kürzester Zeit, spalteten sich voneinander ab oder entwickelten sich weiter. Dieses kreative Chaos brachte u.a. Genres wie UK Breakbeat, Jungle und letztlich Drum & Bass hervor, was alles so rasant vonstatten ging, dass man schnell den Überblick verlieren konnte. Es ist da nur bezeichnend, dass der Musik selbst dieser Zeitgeist innewohnte, denn in der Regel war es das ungemein hohe Tempo, das die einzelnen Stile einte. Hochgeschwindigkeits-Beats, die sich achterbahngleich überschlugen oder im hyperaktiv getakteten Turnus für Zuckungen in Hirn und Körper gleichermaßen sorgten.

Zu den erwähnenswertern Vertretern dieser Ära darf, wenn nicht sogar muss, man DJ Crystl zählen, auch wenn dieser heutzutage sicher nur den eingefleischten Ravern von damals ein Begriff sein sollte.
Als erstes in den Kopf geschossen und für diese Rubrik vorgesehen, ist eigentlich das melodiöse Hardcore-Brett „The Dark Crystal“ (1993) gewesen, doch weil die digitale Verfügbarkeit derartiger Klassiker leider von eher kurzer Dauer und insgesamt sowieso recht begrenzt ist, musste ich auf ein anderes ‚Exponat‘ zurückgreifen: „Warpdrive“ aus dem selben Jahr ist aber in jedem Falle auch ein echtes Highlight der Jungle-Geschichte! DJ Crystl lässt seine selbst für Genreverhältnisse noch ungewöhnlich verdrehten Amen-Breaks losrollen und verknoten wie nichts Gutes, während das Stück früh von einer beinah psychotischen Spannung und unterschwelligen Dunkelheit getragen wird, ehe dann im weiteren Verlauf doch noch die Sonne aufsteigt und ein Stück meditativen Optimismus hineinbringt. Alt, aber niemals altgeworden!

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