Aus der Mottenkiste: Daniel Pemberton – Phosphine (1994)

Ich weiß nicht viel über Daniel Pemberton, außer dass er für viele TV-Serien, Videospiele und Ridley Scotts „The Counselor“ den Soundtrack komponiert hat. Und dass er sich vor fast zwanzig Jahren mal für die britische Zeitschrift The Wire eine Art Ferndialog mit Avantgarde-Komponist Karlheinz Stockhausen geliefert hat. Aus dieser Zeit stammt auch ein Stück namens „Phosphine„, das Stockhausen im Rahmen des Interviews als kitschig und repetitiv abstrafte. Pemberton (Jahrgang 1977) war erst 16, als er es produzierte. Fast zehn Minuten dauert der Ambient-Tune und besteht hauptsächlich aus auf- und abwallenden, ineinander fließenden Synthesizer-Flächen. Sporadisch erscheinen ein paar simpel programmierte Rhythmen aus der Drum Machine und verschwinden zwischenzeitlich auch wieder.

Da können einem schnell mal Assoziationen zu meditativ plätschernder Entspannungsmusik in den Kopf schießen…, doch meiner bescheidenen Ansicht nach irrte das akademische Schwergewicht Stockhausen hier, wenn er an anspruchslose New Age-Hintergrundbeschallung dachte – dafür ist Pembertons Komposition zu diffus beunruhigend und latent düster, tönt der Sub im Intro zu unheilsschwanger. Dem durchschnittlichen 68er/Eso dürfte das wohl alles zu depressiv zum Chillen gewesen sein. Lässt man sich jedoch auf die wiedersprüchliche Stimmung ein, kann man sich fallen lassen und in wohliger Unsicherheit verlieren…

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